Druckdaten sind richtig angelegt, wenn das PDF in CMYK ist, meist 3 mm Beschnitt hat, Texte mit Abstand zum Rand stehen, Bilder in Originalgrösse rund 300 dpi haben und alle Schriften eingebettet sind. Am sichersten exportierst du als PDF/X. Massgebend sind am Schluss immer die Vorgaben deiner Druckerei.
Format, Beschnitt und Sicherheitsabstand
Lege das Dokument im Endformat an, also in der Grösse, die das fertige Produkt hat. Das übliche Format für Visitenkarten in der Schweiz ist 85 x 55 mm.
Dazu kommt der Beschnitt: Hintergründe und Bilder, die bis an den Rand gehen, ziehst du über das Endformat hinaus. Meist sind es 3 mm pro Seite, manche Druckereien verlangen nur 2 mm. Beim Schneiden verrutscht das Papier leicht. Ohne Beschnitt bleiben dann feine weisse Ränder stehen.
| Mass | Beispiel Visitenkarte |
|---|---|
| Endformat | 85 x 55 mm |
| Beschnitt | 3 mm pro Seite |
| Datenformat mit Beschnitt | 91 x 61 mm |
| Sicherheitsabstand nach innen | 3 mm ab Endformat |
Die Werte stammen aus der Druckvorlage einer Online-Druckerei. Texte, Logo und QR-Code gehören innerhalb des Sicherheitsabstands, sonst werden sie im schlimmsten Fall angeschnitten. Wie wir Visitenkarten gestalten, zeigt die Seite Visitenkarten.
Farben: CMYK statt RGB
Bildschirme mischen Farben aus Licht in RGB, Druckmaschinen aus vier Druckfarben in CMYK. Schickst du RGB-Daten, rechnet die Druckerei automatisch um. Leuchtende Farben wirken danach oft matter als am Bildschirm.
Lege Bilder und Farben deshalb in CMYK an, mit dem Farbprofil, das deine Druckerei angibt. Üblich sind eigene Profile für gestrichenes und ungestrichenes Papier.
Für exakte Hausfarben gibt es Sonderfarben wie Pantone, die als fertig gemischte Farbe gedruckt werden. Viele Online-Druckereien drucken aber nur in CMYK und rechnen Sonderfarben automatisch um. Frag vorher nach, wenn eine Farbe genau sitzen muss.
Schwarz für Text
Schwarzer Text gehört nur in die Schwarzplatte, also 0/0/0/100. Wird er aus allen vier Farben gemischt, müssen vier Druckplatten genau übereinander passen. Kleiner Text wirkt sonst schnell unscharf. Manche Druckereien schliessen Vierfarbschwarz in Druck-PDFs ausdrücklich aus.
Bilder: 300 dpi in Originalgrösse
Für Fotos gilt als Richtwert 300 dpi in der Grösse, in der sie gedruckt werden. Mehrere Druckereien nennen diesen Wert als Standard oder als Minimum. In InDesign siehst du die effektive Auflösung eines platzierten Bildes im Bedienfeld Verknüpfungen.
Ein Bild, das du im Layout auf das Doppelte vergrösserst, hat danach nur noch die halbe Auflösung. Bilder aus dem Internet haben oft nur 72 dpi und eignen sich nicht für den Druck. Für Strichzeichnungen ohne Graustufen verlangen manche Druckereien 1200 dpi, für grosse Formate wie Plakate reicht oft weniger.
Schriften und Linien
Die Druckerei hat deine Schriften nicht installiert. Deshalb müssen sie im PDF eingebettet sein. Alternativ wandelst du Text in Pfade um, etwa bei einem Schriftzug im Logo. Danach lässt sich der Text nicht mehr bearbeiten, behalte also eine offene Version.
Achte auch auf Mindestgrössen. Eine Online-Druckerei nennt als Untergrenze 6 pt für Schrift und 0,25 pt für Linien, sofern das Produkt nichts anderes vorgibt. Feine, helle Schrift auf dunklem Grund braucht eher mehr. Bei Visitenkarten ist die Versuchung gross, alles kleiner zu machen, damit es Platz hat. Lass besser weg, was nicht nötig ist.
Als PDF/X exportieren
PDF/X ist eine ISO-Norm für den Austausch von Druckdaten. Die Norm verlangt unter anderem, dass alle Schriften eingebettet sind. Gängig sind PDF/X-1a und PDF/X-4. Welche Variante deine Druckerei will, steht in ihren Vorgaben.
Beim Export stellst du den Beschnitt ein und, falls die Druckerei sie will, Schnittmarken. InDesign, Illustrator und Affinity bringen dafür fertige PDF/X-Vorgaben mit. Öffne das fertige PDF danach noch einmal und prüf es in Originalgrösse: Stimmt das Format, ist der Beschnitt da, sind alle Bilder scharf?
Die Checkliste vor dem Upload
Geh diese Punkte vor jedem Upload durch. Ein Fehler, der erst nach dem Druck auffällt, kostet eine ganze Auflage.
- Dokument im Endformat angelegt, zum Beispiel 85 x 55 mm für Visitenkarten.
- Beschnitt nach Vorgabe der Druckerei, meist 3 mm pro Seite.
- Hintergründe und randabfallende Bilder reichen bis an den Beschnittrand.
- Texte, Logo und QR-Code mit Sicherheitsabstand zum Rand.
- Farbmodus CMYK mit dem Farbprofil der Druckerei.
- Schwarzer Text nur in Schwarz, nicht aus vier Farben gemischt.
- Bilder mit rund 300 dpi in Originalgrösse.
- Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt.
- Export als PDF/X in der Version, die die Druckerei verlangt.
- Rechtschreibung, Telefonnummer, Adresse und QR-Code-Link geprüft.
- Bei wichtigen Aufträgen einen Proof oder Probedruck bestellt.
Wenn wir für dich gestalten, liefern wir druckfertige PDFs. Zwei Korrekturrunden sind inklusive, und auf Wunsch organisieren wir den Druck. Mehr dazu auf der Seite Grafikdesign.
Quellen
- Wir machen Druck, Schweizer Shop: Druckvorlage Visitenkarte 85 x 55 mm
- Baumer AG, Islikon: Vorgaben Druckvorstufe
- druck.at, Schweizer Shop: Info Druckdatenerstellung
- druck.at: Infoblatt Druckdatenerstellung
Häufige Fragen
Wie viel Beschnitt brauchen Druckdaten?
Meist 3 mm pro Seite, manche Druckereien verlangen 2 mm. Massgebend ist immer die Vorgabe deiner Druckerei für das jeweilige Produkt.
Welche Auflösung brauchen Bilder für den Druck?
Als Richtwert 300 dpi in der Grösse, in der das Bild gedruckt wird. Für grosse Plakate reicht oft weniger, für feine Strichzeichnungen braucht es mehr.
Was passiert, wenn ich Druckdaten in RGB schicke?
Die Druckerei rechnet sie automatisch in CMYK um. Dabei können sich Farben sichtbar verändern, vor allem leuchtende Töne wirken matter.
Welches Format hat eine Visitenkarte in der Schweiz?
Üblich sind 85 x 55 mm. Mit 3 mm Beschnitt pro Seite misst die Druckdatei 91 x 61 mm.
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