Ein Flaschendesign entsteht in Schritten: Analyse von Produkt und Regal, Wahl der Flasche, Gestaltung der Etikette mit klarer Informationshierarchie, Wahl von Druckverfahren und Veredelung, dann Druckdaten und Andruck. Bei Lebensmitteln gehören in der Schweiz Pflichtangaben wie Sachbezeichnung, Zutaten, Allergene, Haltbarkeit und Nährwerte dazu.
Der Ablauf
- Analyse: Produkt, Zielgruppe, Preisniveau, Regal und Konkurrenz.
- Flasche wählen: Standardflasche oder eigene Form. Standardflaschen sind günstiger und schnell verfügbar.
- Etikette gestalten: Marke, Produktname und Pflichtangaben in eine klare Hierarchie bringen.
- Visualisieren: 3D-Renderings zeigen, wie die Flasche im Regal und im Onlineshop wirkt.
- Produktion vorbereiten: Druckverfahren, Material, Veredelung und Stanzform festlegen.
- Druckdaten und Andruck: Reinzeichnung, Proof prüfen, freigeben.
Die rechtliche Freigabe der Etikette bleibt beim Hersteller. Gute Gestaltung macht die Pflichtangaben lesbar, ohne die Marke zu verdrängen.
Druckverfahren und Veredelung
| Verfahren | Wann es passt |
|---|---|
| Digitaldruck | Kleine Auflagen, viele Sorten oder Varianten, keine Druckplatten nötig |
| Flexodruck | Mittlere und grosse Auflagen |
| Siebdruck direkt auf Glas | Hochwertige, haptische Wirkung ohne Etikette |
Veredelungen machen eine Etikette zum Erlebnis: Heiss- oder Kaltfolie für Glanz, Blindprägung für Relief, Soft-Touch- oder Glanzlack und Siebdruck für fühlbare Akzente. Für Getränke im Eiskübel braucht es wasserfeste Materialien, für den «No-Label-Look» transparente Folie.
Pflichtangaben bei Lebensmitteln
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nennt unter anderem diese Angaben für vorverpackte Lebensmittel:
- Sachbezeichnung
- Zutaten in absteigender Reihenfolge
- Allergene, im Zutatenverzeichnis hervorgehoben
- Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum
- Produktionsland sowie Name und Adresse
- Nährwerte: Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiss und Salz
- Aufbewahrungshinweise, wo nötig
Dazu kommen je nach Produkt Menge, Warenlos und bei Getränken ab 1,2 Volumenprozent der Alkoholgehalt. Die Angaben müssen in mindestens einer Amtssprache stehen, die Schrift braucht eine Mindestgrösse von 1,2 Millimetern x-Höhe, bei sehr kleinen Verpackungen gelten Ausnahmen.
Ob eine Etikette im Einzelfall rechtskonform ist, beurteilen die kantonalen Vollzugsbehörden. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Wo 3D-Druck und Rendering helfen
- Renderings: Fotorealistische Bilder für Onlineshop, Crowdfunding und Social Media, bevor die erste Charge existiert.
- Muster: Verschlüsse, Halter oder eine eigene Flaschenform als 3D-Druck in der Hand testen.
- Präsentation: Mit einem Muster auf dem Tisch entscheiden Händler und Investoren schneller.
Was es kostet
Für Etiketten- und Verpackungsdesign gibt es in der Schweiz kaum öffentliche Preislisten. Eine Schweizer Agentur nennt zum Beispiel mindestens rund CHF 2’000 pro Verpackungsdesign, für ganze Verpackungssysteme wird es deutlich mehr. Die Druckkosten hängen stark von Auflage, Material und Veredelung ab. Rollenetiketten im Digitaldruck gibt es schon ab rund 100 Stück.
Eine eigene Flaschenform lohnt sich meist erst bei grossen Mengen, weil Werkzeuge und Mindestmengen beim Hersteller dazukommen.
Quellen
- BLV: Lebensmitteletikette
- Kanton Aargau: Merkblatt Kennzeichnung eines vorverpackten Lebensmittels
- Permapack: Etiketten für Flaschen, Dosen und Gläser
- Univerre: Your own bottle shape
- Yuni: Packaging Design Agentur Schweiz
Häufige Fragen
Was muss auf eine Lebensmittel-Etikette in der Schweiz?
Unter anderem Sachbezeichnung, Zutaten, hervorgehobene Allergene, Haltbarkeitsdatum, Produktionsland, Name und Adresse sowie Nährwerte. Details beim BLV und den kantonalen Behörden.
Digitaldruck oder Siebdruck für Flaschen?
Digitaldruck für kleine Auflagen und viele Varianten, Siebdruck direkt auf Glas für eine besonders hochwertige Wirkung, meist bei grösseren Mengen.
Welche Etiketten halten im Eiskübel?
Etiketten aus wasserfesten Materialien wie Folie oder speziell beschichtetem Papier. Normales Papier weicht auf.
Ab welcher Menge lohnt sich eine eigene Flaschenform?
Das hängt vom Hersteller ab. Wegen Werkzeugkosten und Mindestmengen lohnt sich eine eigene Form meist erst bei grossen Serien. Für den Start ist eine Standardflasche mit starkem Etikette oft die bessere Wahl.
Gestalte dein Produkt mit uns.
Von der Skizze über das Rendering bis zur Druckdatei. Formen testen wir auf Wunsch mit dem 3D-Drucker.